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Leishmaniose - was es wirklich bedeutet

  • 4. Jan.
  • 15 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. März

Was ist Leishmaniose überhaupt?

Viele Interessenten und Adoptanten aus Ländern wie Deutschland, der Schweiz oder Österreich sind zunächst verunsichert, wenn sie zum ersten Mal mit dem Thema Leishmaniose in Kontakt kommen. Diese Krankheit kommt in den nördlichen Regionen seltener vor und ist deshalb vielen Menschen kaum bekannt. Auch nicht jeder Tierarzt hat regelmässig mit der sogenannten Mittelmeerkrankheit zu tun, was zusätzlich zu Unsicherheit führen kann.


In südlichen Ländern wie Spanien gehört Leishmaniose dagegen zum Alltag. Sehr viele Hunde in Spanien kommen im Laufe ihres Lebens mit dem Erreger in Kontakt. Tierärzte, die viel Erfahrung mit dieser Krankheit haben, wissen, dass ein positiver Befund nicht automatisch bedeutet, dass ein Hund krank ist oder ein eingeschränktes Leben haben wird.

Wichtig ist vor allem, die Zusammenhänge richtig zu verstehen. Leishmaniose ist eine komplexe Erkrankung, bei der nicht nur der Nachweis des Parasiten eine Rolle spielt, sondern vor allem das Immunsystem, der allgemeine Gesundheitszustand und die Lebensbedingungen des Hundes.

Mit diesem Beitrag möchte ich Schritt für Schritt erklären, was bei Leishmaniose im Körper passiert, was Blutwerte wirklich aussagen und warum viele Hunde trotz einer Infektion ein ganz normales, langes und glückliches Leben führen können. Leishmaniose nicht automatisch bedeutet, dass ein Hund ständig krank ist oder dauerhaft sehr hohe Kosten verursacht.

Das Ziel ist: aufzuklären, Zusammenhänge verständlich zu machen und Adoptanten Sicherheit im Umgang mit diesem Thema zu geben.



Was bedeutet Leishmaniose überhaupt?

Wenn eine infizierte Sandmücke einen Hund sticht, überträgt sie den Parasiten Leishmania in den Körper. Dieser Parasit bleibt im Körper des Hundes dauerhaft, verändert dort seine Form und verbleibt in bestimmten Zellen des Immunsystems, vor allem sogenannte Makrophagen.

Makrophagen sind Abwehrzellen, deren Aufgabe es eigentlich ist, Krankheitserreger aufzunehmen und unschädlich zu machen. Der Leishmaniose-Parasit hat jedoch die besondere Fähigkeit, genau in diesen Zellen zu überleben. Statt zerstört zu werden, nutzt er die Zelle als Schutzraum und kann dort verbleiben. Der Parasit lebt dabei nicht frei im Blut, sondern hauptsächlich in den Immunzellen. Er ernährt sich also nicht direkt vom Hund, sondern nutzt die Nährstoffe und den Stoffwechsel der Zellen, in denen er lebt, um bestehen zu bleiben.

Auch durch eine Behandlung kann der Parasit oft nicht vollständig entfernt werden, sondern nur unter Kontrolle gehalten werden. Er nutzt dabei die Nährstoffe und den Stoffwechsel der Zelle, um sich weiter zu entwickeln. Man kann also sagen, dass der Parasit nicht direkt vom Hund „frisst“, sondern die Zellen des Immunsystems als Lebensraum und Energiequelle benutzt.

Ob sich tatsächlich eine Leishmaniose entwickelt, hängt vor allem davon ab, wie gut das Immunsystem des Hundes den Parasiten kontrollieren kann. Ein starkes und gut reguliertes Immunsystem kann die Vermehrung der Parasiten über lange Zeit in Schach halten. In solchen Fällen bleibt der Hund zwar infiziert, zeigt aber keine oder nur sehr milde Symptome.


Unterschied zwischen Infektion, Erkrankung und einem Schub

Ein ganz wichtiger Punkt bei Leishmaniose ist der Unterschied zwischen einer Infektion, einer tatsächlichen Erkrankung und einem sogenannten Schub. Diese Begriffe werden sehr oft durcheinandergebracht, obwohl sie nicht dasselbe bedeuten. Genau hier entsteht die grosse Verunsicherung.

Wenn ein Hund mit Leishmanien infiziert ist, bedeutet das zunächst nur, dass der Parasit im Körper vorhanden ist. Wie bereits erklärt, lebt der Parasit in bestimmten Zellen des Immunsystems und kann dort über lange Zeit bestehen bleiben, ohne dass der Hund krank wirkt.

Viele Hunde tragen den Parasiten ein Leben lang in sich, ohne jemals Symptome zu entwickeln. Solange das Immunsystem stark genug ist, kann es die Vermehrung der Parasiten kontrollieren. In diesem Zustand spricht man von einer Infektion ohne klinische Erkrankung.

Von einer Erkrankung spricht man erst dann, wenn der Körper die Parasiten nicht mehr ausreichend kontrollieren kann und dadurch Veränderungen im Körper entstehen. Das kann sich zum Beispiel durch Hautprobleme, Gewichtsverlust, Veränderungen der Blutwerte oder Probleme mit inneren Organen zeigen.

Dabei entwickelt sich die Krankheit in den meisten Fällen langsam und nicht von einem Tag auf den anderen.

Zusätzlich kann es bei Leishmaniose sogenannte Schübe geben. Ein Schub bedeutet, dass eine bestehende Infektion oder eine bereits bekannte Erkrankung wieder aktiver wird. Das kann passieren, wenn das Immunsystem über längere Zeit geschwächt ist, zum Beispiel durch Stress, andere Krankheiten, Parasiten oder schlechte körperliche Verfassung.

Ein Schub bedeutet aber nicht automatisch, dass der Hund dauerhaft krank bleibt.Oft kann der Körper mit Unterstützung durch Medikamente und gute Versorgung wieder stabil werden, und der Hund kann lange Zeit symptomfrei leben.

Aus meiner Erfahrung empfehle ich daher allen Hundehaltern in nördlichen Ländern im Norden mit ihren zuständigen Tierartzt nicht nur auf die Laborwerte zu schauen, sondern vor auch den bisherigen Verlauf zu berücksichtigen. Denn bei Leishmaniose ist immer das Gesamtbild entscheidend:

  • Wie geht es dem Hund klinisch?

  • Wie sind die Blutwerte?

  • Gibt es Symptome oder nicht?

  • Wie entwickelt sich der Verlauf über die Zeit?

Ein Hund kann einen hohen Titer haben und trotzdem gesund sein. Und ein Hund kann einen Schub bekommen und danach wieder stabil werden.

Deshalb ist es wichtig, zwischen Infektion, Erkrankung und einem Schub klar zu unterscheiden.Nur so kann man Leishmaniose richtig einordnen, ohne unnötige Angst zu haben, aber auch ohne die Krankheit zu unterschätzen.


Zusammenfassung – Infektion, Erkrankung, Schub und Stabilisierung

Um Leishmaniose richtig einordnen zu können, ist es wichtig, zwischen verschiedenen Zuständen zu unterscheiden.

Infektion: der Parasit ist im Körper vorhanden, aber der Hund zeigt keine Symptome. Das Immunsystem hält die Parasiten unter Kontrolle, und der Hund kann völlig normal leben. Viele Hunde bleiben ihr ganzes Leben in diesem stabilen Zustand.

Erkrankung: von einer Erkrankung spricht man, wenn der Körper die Parasiten nicht mehr ausreichend kontrollieren kann und dadurch Veränderungen entstehen. Das kann sich zum Beispiel durch Hautprobleme, Gewichtsverlust, veränderte Blutwerte oder Probleme mit inneren Organen zeigen.

Schub: ein Schub bedeutet, dass eine bestehende Infektion oder eine bekannte Erkrankung wieder aktiver wird. Das kann passieren, wenn das Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel durch Stress, andere Krankheiten, Parasiten, schlechte Ernährung oder starke körperliche Belastung. Ein Schub bedeutet nicht automatisch, dass der Hund dauerhaft krank bleibt. Mit der richtigen Behandlung kann sich der Zustand wieder stabilisieren.

Stabilisierung / Behandlung: Leishmaniose kann in den meisten Fällen nicht vollständig geheilt werden, aber sehr gut kontrolliert werden.Zur Behandlung werden häufig Medikamente wie Milteforan (bei aktiver Erkrankung) und Allopurinol (zur langfristigen Kontrolle) eingesetzt.

Zusätzlich ist wichtig:

  • regelmässige Blutkontrollen (empfohlen 1 x im Jahr - im Frühling oder Herbst)

  • möglichst wenig Stress

  • gute, ausgewogene Ernährung

  • Behandlung von anderen Parasiten oder Krankheiten

  • ein stabiles Umfeld

Ist der Hund gut eingestellt, kann er trotz Leishmaniose ein ganz normales, langes und aktives Leben führen.

Wichtig zu wissen:Leishmaniose ist nicht ansteckend von Hund zu Hund und nicht auf den Menschen übertragbar im alltäglichen Zusammenleben. Der einzige Übertragungsweg ist der Stich einer infizierten Sandmücke.


Was kann einen Schub auslösen?

Viele Menschen haben Sorge, dass ein Hund nach der Adoption plötzlich einen Schub bekommt, etwa durch den langen Transport, die Umstellung oder das neue Klima. Ein Schub passiert nicht einfach durch eine einzelne Veränderung, sondern meist dann, wenn das Immunsystem über längere Zeit geschwächt ist.

Leishmaniose wird vor allem dann aktiv, wenn der Körper die Parasiten nicht mehr ausreichend kontrollieren kann. Das kann verschiedene Ursachen haben, und oft kommen mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.

Mögliche Auslöser für einen Schub können zum Beispiel sein:

  • starker oder dauerhafter Stress

  • schlechte oder unausgewogene Ernährung

  • weitere Parasiten oder Infektionen

  • unbehandelte Mittelmeerkrankheiten

  • schlechte körperliche Verfassung

  • lange Zeit ohne tierärztliche Kontrolle

  • andere Erkrankungen, die das Immunsystem belasten

Auch sehr schlechte Haltungsbedingungen, wie sie viele Hunde vor der Rettung erlebt haben, können dazu führen, dass das Immunsystem geschwächt ist und die Krankheit aktiv wird.

Wichtig ist mir aber zu sagen, dass ein Umzug, eine Reise oder ein neues Zuhause in der Regel keinen Schub auslöst. Im Gegenteil erlebe ich sehr oft, dass Hunde nach der Adoption stabiler werden. Sie bekommen regelmässiges Futter, weniger Stress, mehr Sicherheit und medizinische Betreuung. All das hilft dem Körper, die Parasiten besser unter Kontrolle zu halten.

Ein Schub bedeutet ausserdem nicht, dass der Hund dauerhaft krank bleibt. Mit der richtigen Behandlung, zum Beispiel mit Allopurinol oder – wenn nötig – Milteforan, kann sich der Zustand wieder stabilisieren.

Deshalb ist Leishmaniose keine Krankheit, die plötzlich und unkontrollierbar ausbricht, sondern eine Erkrankung, die stark vom Immunsystem und den Lebensbedingungen des Hundes abhängt.

Mit guter Betreuung können viele Hunde trotz Infektion ein ganz normales und langes Leben führen.


Woran erkennt man einen Schub oder eine Erkrankung?

Ein Leishmaniose Schub in den meisten Fällen nicht plötzlich von einem Tag auf den anderen verschlechtert, sondern sich Veränderungen meist langsam zeigen.

Ein Schub bedeutet, dass der Körper die Parasiten vorübergehend nicht mehr ausreichend kontrollieren kann und die Erkrankung wieder aktiver wird. Dabei können verschiedene Symptome auftreten, müssen aber nicht immer gleichzeitig vorhanden sein.

Typische Anzeichen können zum Beispiel sein:

  • Hautveränderungen, schuppige Stellen oder schlecht heilende Wunden

  • Haarausfall, vor allem um Augen oder Ohren

  • Gewichtsverlust trotz normalem Fressen

  • vergrösserte Lymphknoten

  • Müdigkeit oder weniger Belastbarkeit

  • Lahmheit oder Gelenkprobleme

  • häufiges Trinken oder vermehrtes Urinieren

  • Veränderungen der Blutwerte, vor allem der Nierenwerte

Wichtig ist zu wissen, dass einzelne dieser Symptome auch andere Ursachen haben können. Nicht jede Hautstelle oder jede Müdigkeit bedeutet sofort einen Leishmaniose-Schub.

Deshalb sind regelmässige Blutkontrollen so wichtig. Oft zeigen sich Veränderungen zuerst in den Laborwerten, bevor der Hund sichtbar krank wirkt. Besonders die Nierenwerte sollten bei Leishmaniose immer im Auge behalten werden.

Wenn ein Schub früh erkannt wird, lässt sich die Erkrankung in den meisten Fällen gut wieder stabilisieren, zum Beispiel durch eine Anpassung der Behandlung oder durch Medikamente wie Allopurinol oder Milteforan.

Aus meiner Erfahrung ist es wichtig, aufmerksam zu sein, aber nicht ständig in Angst zu leben. Viele Hunde mit Leishmaniose bleiben über Jahre stabil und zeigen nie schwere Symptome.

Mit regelmässiger Kontrolle, guter Versorgung und einem stabilen Umfeld kann man sehr viel dazu beitragen, dass die Krankheit ruhig bleibt.


Was sagt der Titer in den Blutwerten wirklich aus?

Ein Begriff, der bei Leishmaniose immer wieder für Verunsicherung sorgt, ist der sogenannte Titer. Viele Adoptanten erschrecken, wenn sie eine Zahl sehen wie 1:200, 1:800 oder 1:1600, und denken sofort, dass der Hund schwer krank sein muss. In Wirklichkeit sagt dieser Wert alleine noch sehr wenig darüber aus, wie es dem Hund tatsächlich geht.

Der Titer zeigt nicht direkt die Krankheit, sondern die Reaktion des Immunsystems auf den Parasiten. Gemessen wird dabei, wie viele Antikörper der Körper gegen Leishmanien gebildet hat.

Antikörper entstehen immer dann, wenn das Immunsystem auf einen Erreger reagiert. Ein höherer Titer bedeutet also zunächst nur, dass sich das Immunsystem mit dem Parasiten beschäftigt oder beschäftigt hat. Das ist nicht automatisch ein schlechtes Zeichen.

Viele Hunde mit Leishmaniose haben über lange Zeit einen erhöhten Titer und sind trotzdem völlig symptomfrei. Sie fressen gut, sind aktiv, haben normale Organwerte und zeigen keinerlei Anzeichen einer Erkrankung. In solchen Fällen hält das Immunsystem die Parasiten unter Kontrolle, auch wenn Antikörper im Blut nachweisbar sind.

Umgekehrt kann es auch vorkommen, dass ein Hund nur einen niedrigen Titer hat, aber trotzdem Symptome zeigt. Deshalb darf der Titer niemals alleine beurteilt werden, sondern immer zusammen mit dem gesamten Gesundheitszustand des Hundes.

Gerade nach einer Behandlung, zum Beispiel mit Milteforan, kann der Titer vorübergehend sogar ansteigen.Das liegt daran, dass das Immunsystem aktiv arbeitet und mehr Antikörper bildet. Dieser Anstieg bedeutet nicht automatisch, dass es dem Hund schlechter geht.

Wichtiger als eine einzelne Zahl ist immer der Verlauf über die Zeit. Tierärzte schauen deshalb nicht nur auf den aktuellen Titer, sondern auf das Gesamtbild:

  • Wie geht es dem Hund klinisch?

  • Wie sehen die Blutwerte aus?

  • Sind die Nierenwerte stabil?

  • Gibt es Symptome oder nicht?

  • Wie haben sich die Werte im Vergleich zur letzten Kontrolle verändert?

In Spanien leben viele Hunde jahrelang mit Titern wie 1:800 oder 1:1600, ohne jemals krank zu werden. Mit regelmässigen Kontrollen, guter Versorgung und – wenn nötig – unterstützender Medikation kann der Körper den Parasiten oft dauerhaft in Schach halten.

Deshalb ist mir wichtig zu sagen: ein hoher Titer alleine ist kein Grund zur Panik. Entscheidend ist immer, wie es dem Hund tatsächlich geht und wie stabil sein Immunsystem ist.


Sinkender Titer Wenn der Titer im Blut mit der Zeit sinkt, bedeutet das in der Regel, dass das Immunsystem weniger stark auf den Parasiten reagieren muss. Es sind also weniger Antikörper im Blut nachweisbar als zuvor.

Das kann ein Zeichen dafür sein, dass die Behandlung gut wirkt oder dass der Körper den Parasiten im Moment besser unter Kontrolle hat. Viele Hunde zeigen nach einer Therapie mit Milteforan oder unter einer Behandlung mit Allopurinol nach einiger Zeit niedrigere Titerwerte.

Wichtig ist aber zu verstehen, dass ein sinkender Titer nicht bedeutet, dass der Parasit vollständig verschwunden ist. Bei Leishmaniose bleibt der Erreger in den meisten Fällen im Körper vorhanden, auch wenn die Blutwerte besser werden.

Der Titer zeigt nur, wie stark das Immunsystem gerade reagiert, nicht wie viele Parasiten tatsächlich im Körper sind.

Deshalb schauen Tierärzte immer auf den Verlauf über mehrere Monate oder Jahre. Wenn der Titer sinkt und gleichzeitig die Blutwerte stabil sind und der Hund keine Symptome zeigt, ist das ein sehr gutes Zeichen.

Ein stabiler oder sinkender Titer bedeutet meist, dass die Erkrankung unter Kontrolle ist, auch wenn der Hund weiterhin als infiziert gilt.

Deshalb ist bei Leishmaniose nicht das Ziel, einen Wert auf null zu bekommen, sondern einen stabilen Zustand zu erreichen, in dem der Hund gesund lebt und keine Symptome entwickelt.


Behandlung mit Allopurinol oder Milteforan – was ist der Unterschied?

Bei Leishmaniose gibt es nicht nur eine einzige Behandlung. Welche Medikamente eingesetzt werden, hängt immer davon ab, wie aktiv die Erkrankung ist, welche Symptome der Hund zeigt und wie die Blutwerte aussehen.

Die zwei Medikamente, die am häufigsten verwendet werden, sind Milteforan und Allopurinol. Viele Adoptanten hören diese Namen zum ersten Mal und sind unsicher, was sie bedeuten.


Milteforan – wenn die Krankheit aktiv ist

Milteforan wird meist dann eingesetzt, wenn die Leishmaniose aktiv ist und der Hund Symptome zeigt oder die Blutwerte deutlich verändert sind.

Dieses Medikament wirkt direkt gegen die Parasiten und soll die Anzahl der Erreger im Körper deutlich reduzieren. Die Behandlung wird in der Regel über einen Zeitraum von 4 Wochen durchgeführt.

Milteforan wird also vor allem dann verwendet, wenn der Körper Unterstützung braucht, um wieder in einen stabilen Zustand zu kommen.

Nach einer solchen Behandlung können sich die Blutwerte verbessern, und auch der Titer kann sich im Verlauf verändern. Das bedeutet aber nicht, dass der Parasit vollständig verschwunden ist. Ziel ist es, die Erkrankung intensiv unter Kontrolle zu bringen, nicht unbedingt, sie komplett zu beseitigen.


Allopurinol – zur langfristigen Kontrolle

Allopurinol wird sehr häufig über einen längeren Zeitraum gegeben, manchmal über mehrere Monate, manchmal auch über Jahre.

Dieses Medikament tötet die Parasiten nicht direkt ab, sondern verhindert, dass sie sich weiter vermehren. Dadurch kann das Immunsystem die Erkrankung besser unter Kontrolle halten.

Viele Hunde bekommen Allopurinol, obwohl sie keine starken Symptome haben, um den Körper stabil zu halten und einen Schub zu verhindern.

Das bedeutet nicht, dass der Hund schwer krank ist, sondern oft genau das Gegenteil: Das Medikament hilft dabei, dass der Hund stabil bleibt.

Allopurinol ist ein seit vielen Jahren bekanntes Medikament und wird in der Regel gut vertragen.


Kristalle im Urin unter Allopurinol

Eine bekannte Nebenwirkung von Allopurinol ist, dass sich bei manchen Hunden sogenannte Kristalle im Urin bilden können.Deshalb werden bei längerer Behandlung regelmässig Blut- und Urinkontrollen empfohlen.

Wenn solche Kristalle auftreten, bedeutet das nicht automatisch, dass das Medikament abgesetzt werden muss. Oft reicht es, die Ernährung anzupassen, die Dosis zu verändern oder die Behandlung zu kontrollieren.

Viele Hunde bekommen über lange Zeit Allopurinol, ohne Probleme zu entwickeln.


Hohe Kosten sind nicht die Regel.

Oft höre ich die Sorge, dass ein Hund mit Leishmaniose dauerhaft sehr teure Medikamente braucht oder jeden Monat hohe Tierarztkosten von hunderten von Euros entstehen.

In den meisten Fällen stimmt das so nicht.

Allopurinol ist kein sehr teures Spezialmedikament, und bei stabilen Hunden beschränkt sich die Behandlung oft auf regelmäßige Kontrollen und eine angepasste Medikation. Allopurinol ist in Deutschland vergleichsweise günstig. Eine Packung mit 100 Tabletten kostet meist nur etwa 12–15 Euro und reicht bei einer Dosierung von 1 Tablette am Tag mehrere Wochen. Pro Tag ergeben sich Kosten in Höhe von 0,13 EUR. Mit einem Kassenrezept gilt in Deutschland nur 5 EUR Zuzahlung.

Natürlich kann es wie bei jeder chronischen Erkrankung Phasen geben, in denen mehr Untersuchungen nötig sind. Aber viele Hunde leben mit Leishmaniose über Jahre völlig stabil, ohne dass monatlich hohe Kosten entstehen.


Ziel der Behandlung

Das Ziel bei Leishmaniose ist nicht unbedingt, den Parasiten komplett zu entfernen, sondern einen stabilen Zustand zu erreichen.

Wenn der Hund keine Symptome zeigt, gute Blutwerte hat und sich wohl fühlt, gilt die Erkrankung als gut kontrolliert.

Mit regelmässigen Kontrollen, guter Versorgung und – wenn nötig – unterstützender Medikation können viele Hunde mit Leishmaniose ein ganz normales und langes Leben führen.


Darum vermitteln wir Hunde mit Leishmaniose

Zum Schluss möchte ich noch erklären, warum wir uns bewusst dafür entscheiden, auch Hunde mit Leishmaniose zu vermitteln.

Viele dieser Hunde haben ansonsten keine Chance auf ein Zuhause, obwohl sie mit der richtigen Betreuung ein ganz normales Leben führen können.Uns ist dabei sehr wichtig, verantwortungsvoll vorzugehen und keinen Hund zu vermitteln, dessen Gesundheitszustand unklar oder instabil ist.

Die Hunde, die wir vermitteln, werden vor der Ausreise untersucht und medizinisch begleitet.Wenn ein Hund positiv auf Leishmaniose getestet wird, bedeutet das nicht automatisch, dass er krank ist. Entscheidend ist für uns immer der Gesamtzustand.

Wir vermitteln nur Hunde,

  • deren Zustand stabil ist

  • deren Blutwerte kontrolliert wurden

  • die keine akuten Symptome zeigen

  • und bei denen die Erkrankung bereits behandelt oder eingestellt wurde

Viele Hunde haben vor der Vermittlung bereits eine Therapie mit Milteforan hinter sich, wenn die Erkrankung aktiv war.Andere bekommen Allopurinol, um den Körper stabil zu halten und einen Schub zu verhindern.

Wenn ein Hund Allopurinol bekommt, reisen die Hunde in der Regel mit einer ersten Packung aus, sodass die neue Familie genügend Zeit hat, die weitere Betreuung mit dem Tierarzt vor Ort zu besprechen.

Uns ist wichtig, dass die Adoptanten wissen, dass Leishmaniose Aufmerksamkeit braucht, aber kein Grund ist, einem Hund keine Chance zu geben.

Die meisten Hunde, die wir vermitteln, leben nach der Adoption völlig normal.Mit guter Versorgung, regelmässigen Kontrollen und – wenn nötig – unterstützender Medikation können sie ein langes, aktives und glückliches Leben führen.

Wir entscheiden bei jeder Vermittlung individuell und geben einen Hund nur dann frei, wenn wir überzeugt sind, dass er stabil ist und gute Voraussetzungen für ein gesundes Leben hat.

Leishmaniose ist für uns kein Ausschlussgrund für eine Vermittlung — aber immer ein Thema, das wir offen erklären und verantwortungsvoll begleiten.

Leishmaniose betrifft nicht nur Spanien

Ein Punkt, den ich auch wichtig finde zu erwähnen, ist, dass Leishmaniose längst kein Thema mehr ist, das nur Spanien oder andere südliche Länder betrifft.

Durch Reisen, Importhunde und auch durch den Klimawandel kommt die Krankheit inzwischen auch in nördlicheren Regionen immer häufiger vor. In einigen Teilen von Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich wurden bereits Sandmücken nachgewiesen, und auch dort treten inzwischen vereinzelt Fälle von Leishmaniose auf.

Das bedeutet, dass das Thema in Zukunft wahrscheinlich noch mehr Bedeutung bekommen wird.Nicht, weil plötzlich alle Hunde krank werden, sondern weil immer mehr Hunde mit dem Erreger in Kontakt kommen können oder bereits infiziert sind, ohne Symptome zu zeigen.

Auch im Tierschutz sehen wir, dass immer mehr Hunde positiv getestet werden, einfach weil die Krankheit in südlichen Ländern weit verbreitet ist. Das bedeutet aber nicht, dass diese Hunde automatisch krank sind oder keine Chance auf ein normales Leben haben.

Umso wichtiger ist es, dass man lernt, die Krankheit richtig einzuordnen und nicht nur auf den Namen oder einen Blutwert zu reagieren.

Leishmaniose wird uns auch in Zukunft begleiten, und deshalb ist Wissen darüber der beste Weg, um verantwortungsvoll mit betroffenen Hunden umzugehen.

Unsere Empfehlung für Adoptanten

Aus unserer Erfahrung ist es sehr hilfreich, einen Tierarzt zu finden, der bereits Erfahrung mit Leishmaniose oder anderen Mittelmeerkrankheiten hat. In nördlichen Ländern kommt diese Erkrankung seltener vor, und deshalb sind nicht alle Tierärzte im Alltag damit vertraut. Das bedeutet nicht, dass ein Tierarzt nicht gut ist, aber Erfahrung mit Leishmaniose kann in manchen Situationen sehr hilfreich sein.

Gerade bei Fragen zu Blutwerten, Titerverläufen oder zur Behandlung mit Allopurinol oder Milteforan ist es beruhigend, einen Tierarzt an der Seite zu haben, der diese Erkrankung regelmässig begleitet.

Viele Adoptanten tauschen sich zusätzlich in Windhund- oder Tierschutzgruppen aus, zum Beispiel in Facebook-Gruppen, in denen bereits viel Erfahrung mit Leishmaniose vorhanden ist. Dort kann man oft hilfreiche Tipps bekommen und sehen, dass sehr viele Hunde mit dieser Diagnose ein ganz normales Leben führen.

Natürlich ersetzt das keinen Tierarzt, aber es kann helfen, Unsicherheiten abzubauen und die Krankheit besser einzuordnen.

Wichtig ist vor allem, ruhig zu bleiben, regelmässig zu kontrollieren und den Hund als Ganzes zu sehen – nicht nur einen einzelnen Blutwert.


Wir begleiten euch auch nach der Adoption

Uns ist wichtig, dass sich niemand mit dem Thema Leishmaniose allein gelassen fühlt. Wir wissen, dass gerade am Anfang viele Fragen entstehen können, und deshalb stehen wir unseren Adoptanten jederzeit zur Seite.

Vor der Adoption, während der Vermittlung und auch danach unterstützen wir euch gerne mit unserer Erfahrung, helfen bei der Einordnung von Blutwerten und teilen das Wissen, das wir in den letzten Jahren im Umgang mit Leishmaniose gesammelt haben.

Unser Ziel ist, dass sich sowohl der Hund als auch seine neue Familie sicher fühlen und gut begleitet sind. Mit Ruhe, Wissen und regelmäßiger Kontrolle lässt sich Leishmaniose in den meisten Fällen gut handhaben — und wir helfen euch gerne dabei, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

Zum Abschluss - positive Entwicklung des Hundes nach der Adoption

Leishmaniose ist eine komplexe Erkrankung, und genau deshalb entstehen so viele Missverständnisse und Unsicherheiten.Ein positiver Test oder ein erhöhter Titer bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund krank ist oder kein normales Leben führen kann.

Entscheidend ist immer das Gesamtbild: Wie geht es dem Hund?Wie sind die Blutwerte? Wie stabil ist das Immunsystem? Und wie entwickelt sich der Zustand über die Zeit?

Viele Hunde leben mit Leishmaniose über Jahre völlig stabil, ohne jemals schwere Symptome zu entwickeln. Mit guter Betreuung, regelmässigen Kontrollen und – wenn nötig – unterstützender Behandlung lässt sich die Erkrankung in den meisten Fällen gut kontrollieren.

Mir ist es wichtig, mit diesem Beitrag nicht die Krankheit zu verharmlosen, sondern sie verständlich zu machen.Denn Wissen hilft, richtige Entscheidungen zu treffen — und gibt Sicherheit im Umgang mit einem Thema, das oft unnötig Angst macht.

Unsere Erfahrung zeigt, dass auch Hunde mit Leishmaniose ein langes, aktives und glückliches Leben führen können, wenn man die Erkrankung richtig einordnet und verantwortungsvoll begleitet.

Und genau deshalb verdienen auch diese Hunde eine Chance auf ein Zuhause.


Leishmaniose - das Wichtigste in 10 Punkten

1.

Leishmaniose ist nicht ansteckend

Sie wird ausschließlich durch den Stich einer infizierten Sandmücke übertragen – nicht von Hund zu Hund und nicht auf den Menschen im alltäglichen Zusammenleben.

2.

Infiziert bedeutet nicht krank

Viele Hunde mit Leishmaniose zeigen keine Symptome und leben über Jahre stabil. Ein positiver Test oder ein erhöhter Titer bedeutet nicht automatisch, dass der Hund krank ist oder behandelt werden muss.

3.

Der Titer allein sagt wenig aus

Der Titer zeigt die Reaktion des Immunsystems, nicht die Stärke der Erkrankung. Entscheidend ist immer das Gesamtbild aus Blutwerten, Organwerten, klinischem Zustand und Verlauf über die Zeit.

4.

Die Erkrankung ist gut kontrollierbar

Bei stabilen Hunden reicht in vielen Fällen eine regelmässige Kontrolle der Blutwerte. Wenn nötig, kann die Krankheit mit Medikamenten wie Allopurinol oder – bei aktiven Phasen – mit Milteforan gut behandelt werden.

5.

 Ein Schub ist möglich, aber meist gut behandelbar

Wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann die Erkrankung aktiver werden. Mit rechtzeitiger Kontrolle, angepasster Behandlung und guter Versorgung lassen sich die meisten Schübe wieder stabilisieren.

6.

Der Alltag bleibt normal

Spaziergänge, Reisen, Spielen und das Leben in der Familie sind in der Regel problemlos möglich. Ein Hund mit Leishmaniose kann bei guter Betreuung ein ganz normales Leben führen.

7.

Im Körper können auch andere Parasiten vorhanden sein

Hunde kommen im Laufe ihres Lebens mit verschiedenen Parasiten und Infektionen in Kontakt. Diese müssen nicht krank machen, können aber das Immunsystem belasten und beeinflussen, wie gut der Körper Leishmaniose kontrollieren kann.

8.

Wir vermitteln nur stabile Hunde

Hunde mit Leishmaniose werden bei uns erst vermittelt, wenn sie medizinisch abgeklärt sind, keine akuten Symptome zeigen und sich in einem stabilen Zustand befinden.

9.

Behandlung und Kosten sind meist überschaubar

Viele Hunde haben vor der Vermittlung bereits eine Therapie mit Milteforan erhalten oder bekommen Allopurinol zur Stabilisierung. Wenn Allopurinol nötig ist, liegen die monatlichen Kosten meist nur bei etwa 10–15 Euro, zusätzlich zu normalen tierärztlichen Kontrollen.

10.

Leishmaniose definiert keinen Hund

Mit guter Betreuung, regelmässigen Kontrollen und – wenn nötig – unterstützender Behandlung können betroffene Hunde ein langes, aktives und glückliches Leben führen. Viele bleiben ihr ganzes Leben stabil und zeigen nie schwere Symptome.


Einordnung zum Schluss

Leishmaniose ist eine Diagnose, die Aufmerksamkeit erfordert keine Angst. Wissen, jährlichen Blutkontrollen und verantwortungsvoller Begleitung kann ein betroffener Hund ein langes, aktives und glückliches Leben führen.


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